24.09.2017 Die Brücke

Mal wieder hieß es, Abschied von einer Stadt zu nehmen. Fukuoka und Kyûshû werden uns in guter Erinnerung bleiben.
Mit dem Shinkansen ging es nach Hiroshima – mal wieder. Da es nur eine kurze Strecke ist, waren wir zeitig da. Der Weg zum Hotel war diesmal auch noch extrem kurz. Das Hotel besitzt einen eigenen Zugang direkt vom Bahnhofsgebäude aus. Einchecken war noch nicht möglich, aber man nahm uns das Gepäck ab und brachte es sogar später auf die Zimmer.
Was nun? So einen richtigen Plan hatten wir uns nicht ausgedacht. Da kam die Idee, bei der Bahn nachzufragen, ob ein neuer, speziell gestalteter Shinkansen zufällig heute hier fährt. Und ja, er tat es und wir brauchten auch nicht lange warten. Also rein und 15 Minuten bis zur nächsten Station mitfahren. Der Zug ist in Anlehnung an eine berühmte Manga-Geschichte gestylt. Der erste Wagen ist ein kleines Museum zur Geschichte und enthält ein Fahrzeug aus dem Manga. Es sind extra 2 Zugbegleiter für diesen Wagen abgestellt. Ja, der Zug sieht von außen schnittig aus und ist innen schön gestaltet. Mir fehlt der Hintergrund zu dem Manga, um so euphorisch wie die Japaner zu sein. Der Spaß war es aber schon wert, mal mitzufahren. Laut Expertenaussage würden auch mehr Leute mit dem relativ langsamen, weil oft anhaltenden, Zug mitfahren.
So, nun standen wir auf dem Bahnhof in Iwakuni. Wie weiter oder besser zurück? Auf dem Wege zur Info-Tafel fiel mir ein Bild mit einer Brücke auf. Im Kopf ratterte es. Ist das diese berühmte alte Brücke? Schnell mal bei Tante Google informiert: Ist sie es, wo steht sie, wie kommt man hin, was gibt es noch? Ok, alles im Bereich des möglichen und interessant. Einzig mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man nicht hin, aber im Taxi fahren sind wir ja jetzt geübt. Angekommen erblickten wir die Brücke bei Sonnenschein vor einer schönen grünen Kulisse. Es ist ein ingenieurtechnisches Meisterwerk und das wurde schon im Jahr 1673 errichtet. Sie wurde ursprünglich ohne Nägel oder Schrauben gebaut. Naja, wer so Pagoden bauen kann, der baut dann auch mal eine Brücke auf diese Weise. Die Bögen sollen übrigens die Hauptinseln Japans darstellen.
Die andere Attraktion, ein Schloß oben auf dem Berg und über eine Seilbahn zu erreichen, ließen wir dann doch aus Zeitgründen ausfallen. Dafür gingen wir zu zwei Imbissständen in der Nähe der Brücke. Wenn an solchen Ständen dann noch die ältere Generation am Herd steht, ist für uns Probieren Pflicht, denn dann gibt es meistens gute Hausmannskost. Und das war hier der Fall. Es gab verschiedene Fleischspieße und Tintenfischspieße mit speziellen Soßen. Zur Verdauung bekam ich dann von den Kindern eine spezielle Sake spendiert. In der Sake lag ein kleines Stück Kugelfischflosse. Kanpai! Aber einen alten Indianer kann nichts erschrecken. Danach ging es zurück nach Hiroshima.
Am Abend beim Gang durch die City merkten wir dann, dasd der große Touri-Strom von Japan auch Hiroshima voll erwischt hat. Bis jetzt waren wir nur in Ecken, wo es auch Touris von fast gar nicht bis wenig gab. Das war jetzt ganz anders. In unserer Stammkneipe für Okonomiyaki in Okonomi-mura wurde die Tatsache auch bestätigt. Diese besuchten wir nämlich heute, denn was wäre Hiroshima ohne Okonomiyaki. Schön war es, dass wir von der Bedienung wieder erkannt wurden.
Nach dem Essen ging es zurück ins Hotel. Schließlich wollten wir noch die 2. Halbzeit von unserem geliebten FCM im Internet auf dem Laptop zu sehen. Und unser Beten in den Tempeln brachte auch den nötigen Erfolg mit einem Auswärtssieg der Blau-weißen.

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