13.09.2017 Ishinomaki

Zum Aufgalopp in den Urlaub wurde ein Ziel mit kurzer Anreise gesucht und mit Ishinomaki gefunden. Touristisch gesehen ist das ein kleines Ziel. Nach 80 Minuten Fahrt mit der Senseki – Tohoku – Line, teilweise entlang der Küste, kommt man in Ishinomaki an. Den Blick auf den sehr schönen Küstenstreifen konnten auch nicht die neu erbauten Schutzanlagen verhindern, nur ein bisschen beeinträchtigen.
Zu Ehren eines aus Ishinomaki stammenden und in Japan bekannten Manga Autors gibt es ein Manga Museum. Der Weg dorthin führt durch die Mangastreet. Das heißt, in der Straße stehen immer wieder Mangafiguren rum. Da wir für das Genre nicht die Gene haben, schlenderten wir durch die Straße bis zum Museum und sahen uns die Figuren an, gingen aber nicht ins Museum rein.
Uns interessierte mehr eine kleine Ausstellung zu einem sehr tragischen Ereignis für Ishinomaki. Die Stadt befindet sich in der Region von Japan, die am 11.03.2011 mit am stärksten von dem Erdbeben und vor allem vom Tsunami getroffen wurde. Man kann gar nicht beschreiben, was man da an Bildern gesehen hat. In der Einkaufsstraße, wo sich die Ausstellung jetzt befindet, stand z.B. das Wasser über 2 Meter hoch. Autos, Busse, Schiffe schwammen durch die Straßen und landeten teilweise auf den Hausdächern. Ganze Straßenzüge verschwanden in den Fluten.
Die Eisenbahnstrecke, über die wir hergekommen sind, ist erst seit 2015 wieder in Betrieb, da sie durch den Tsunami sehr stark zerstört wurde. Auch die Bilder von den Notquartieren waren beeindruckend. Wobei ich mir das in Deutschland nicht so funktionierend über mehrere Wochen vorstellen könnte. Das ging schon alles beim Betrachten ganz schön an die Nieren. Die Stimme der Erzählerin tat ihr übriges dazu, obwohl wir natürlich kein Wort verstanden.
Danach ging es mit dem Taxi raus aus der Stadt, zum Museumsschiff Sant Juan Bautista. Leider konnten wir nicht direkt aufs Schiff, da es wegen Renovierung gesperrt war. Aber die Ausstellung über die Fahrten nach Europa und Mexiko war sehr interessant. Nur verstehe ich nicht, wieso auf einer Europakarte Erfordia und nicht das große Magdeburg eingezeichnet war.
Schön war hinterher, dass der Taxifahrer sein selbstgemachtes Versprechen eingehalten und auf uns kostenlos vor dem Museum gewartet hat. Vielleicht hat er wirklich ein Nickerchen gemacht, wie er uns vorher sagte.
Nun ging es wieder zurück nach Sendai. Dort ließen wir es mit Yakitori, Frittiertem und Bier in einer urigen Kneipe ausklingen. Die befindet sich in einem alten Sendaier Kneipenviertel. In drei kleinen, schmalen, dunklen Häuserzeilen reihen sich Kneipe an Kneipe. Wobei Häuserzeile falsch ist, eigentlich sind es Blechbuden und kleine Imbissbuden, aber sehr urig und gemütlich innen drin.

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