Hirosaki – 30.12.2016

Geplant war heute eigentlich ein Ausflug nach Aomori. Im Zug stellte ich dann fest,  daß es auch nicht weit bis nach Hirosaki ist. Hirosaki – da war doch was? Na klar, eigentlich wollte ich im Sommer da schon hin. Also fuhren wir kurzerhand mit dem nächsten Zug weiter bis Hirosaki. Und es hat sich gelohnt!

Schon auf der Fahrt, wenn wir recht selten mal nicht durch einen Tunnel fuhren, stellten wir mit Erstaunen fest, dass es Winter ist. Die Schneedecke wurde immer dichter. In Hirosaki angekommen, war zuerst der übliche Weg ins Touristenbüro angesagt, um uns zu informieren und uns einen Stadtplan geben zu lassen. Dann ging es zu Fuß in den Hirosaki Park. Das ist eine sehr große Parkanlage, die auch im Winter beeindruckte. Was muss das erst für einen Eindruck ergeben, wenn die Kirschbäume alle blühen?! Jetzt wurden die Bäume auf einfache Art vor dem Schnee gesichert. Entweder wurde eine Holzkonstruktion (ohne Nägel, nur mit Seilen verbunden) gebaut, die gleich mehrere Pflanzen schützte, oder die Äste wurden hochgebunden, um ein Abknicken zu vermeiden. Mittelpunkt des Parks ist das Schloß. Die richtigen Standpunkte zum Fotografieren zu finden, wurde uns mit Hinweistafeln abgenommen. Lustig war dann ein kurzes Gespräch mit einem älteren Herrn,  der seine Heimat gerne fotografiert. Erst fragte er nach unserer Herkunft, um dann zu erzählen,  dass sein Ur-Urgroßvater ein Samurai war. Falls meine Fotos nichts werden, schenkte er mir ein herrliches Papierfoto.

Auf dem Wege zu unserem nächsten Ziel kehrten wir in eine Stadtinformation ein. Wir lernten dort, dass die Stadt eine Stadt des Apfels ist. Es gibt sogar einen Apfelpark. Vielleicht verschlägt es uns zu einer wärmeren Jahreszeit nochmal hierher, dann haben wir schon ein Ziel. Noch ein weiteres Ziel ist hier lohnenswert, es gibt einen Pilgerpfad mit 33 Tempeln. Aber weiter mit der heutigen Tour:

Nächstes Ziel war der Saisho-in Tempel. Einerseits brauchten die Damen noch einen Eintrag in ihre Tempelbücher, aber aus meiner Sicht viel wichtiger: Es gab eine Pagode auf der Anlage! Wir bekamen eine kleine, feine Tempelanlage zu sehen. Die rote Pagode im weißen Schnee ergab ein tolles Bild. Danach ging es zurück zum Bahnhof. Dabei wurde Ausschau nach einem Café gehalten,  wo es Apfelkuchen gab. Schließlich gibt es sogar in der Stadt des Apfels einen Stadtplan, wo viele verschiedene Apfelkuchen abgebildet sind und dazu die jeweiligen Cafés, in denen man sie verzehren kann. Den Kuchen ließen wir uns schmecken,  denn der Schrittzähler gab schon 15.000 Schritte aus, so dass die paar Kalorien locker wieder Platz hatten.

In Hachinohe wieder angekommen, ging es in das Stadtzentrum zu einer Essensmeile, die besonders war. In einer engen Gasse sind links und rechts lauter kleine Buden. Die Größe einer Bude: Jedes normale deutsche Wohnzimmer ist größer! Der jeweilige Platz für Gäste: Was ich so im Vorbeigehen erkennen konnte waren  6 bis max. 12 Plätze. Und dann war immer noch eine Küche in dem kleinen Raum enthalten. Die kleinen Hocker standen immer an 3 Seiten um den Tresen herum und hinter den Hockern kamen sofort die Glastüren, die sich an mehreren Stellen zum Eintreten bzw. Gehen aufschieben ließen. Das Prinzip der Buden: essen, trinken und alle erzählen miteinander. Dank Orshis und Reiks Sprachkenntnissen wurde dieses Problem auch gelöst. Zwei verschiedene Buden haben wir zur vollsten Zufriedenheit getestet: In der ersten Bude kamen auf 8 Gäste 4 Damen Personal in der Küche und als Bedienung. Es gab allerbeste Hausmannskost. Der gegrillte Fisch wurde, wie die anderen Gäste uns erzählten, mit über 50 Jahren Küchenerfahrung zubereitet. Lecker!!! Aber auch die anderen Sachen war einfach nur lecker,  ob Suppe mit Ramen und Muscheln, eine Art Fischsülze oder die gegrillten Muscheln. Dann gab es auf Empfehlung noch Frauen-Sake und Männer-Sake. Köstlich!!! Übrigens keine Angst,  wir sind nicht der Fresssucht verfallen,  es sind meistens nur Kleinigkeiten ohne weitere Beilagen wie Reis oder Gemüse. Weil es aber so einen Spaß machte, testeten wir noch eine zweite Bude. Schnell wurde noch ein Hocker dazu gestellt, damit alle Platz hatten. Dann ging der Spaß von vorne los. Da wir beiden Dörfler die Speisekarte nicht lesen könnten fing ich an, die Kleinigkeiten der anderen Gäste auch zu bestellen, ohne zu wissen,  was sich immer dahinter verbarg. Es soll wohl dann zwischen Orshi und der Küche ein Gespräch gegeben haben, ob ich als Nicht-Japaner sowas wirklich essen will. Dabei handelte es sich um Bestandteile eines Tintenfisches. Fragen wir nicht weiter nach, um was es sich gehandelt hat, es war toll mariniert und hat geschmeckt.

Da die Zeit schon rasch vorangeschritten war, leisteten wir uns ein Taxi für die Heimfahrt ins Hotel. War gar nicht so einfach, 4 ausgewachsene Europäer in ein japanisches Taxi rein- und wieder rauszubekommen!

Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns zur Entspannung noch ein Bad in der Onsen. Bei je nach persönlichem Bedarf 38, 40 oder 42 Grad Wassertemperatur entfernte sich die Sake schnell wieder aus dem Körper.

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